Verfasst von: horicon | 23. November 2007

Das Nullpunkt-Feld

nullpunktfeld

Angenommen, das neuzeitliche Weltbild mit seiner Trennung von Subjekt und Objekt, Körper und Geist, das auf Newton und Descartes gründet, wäre falsch. Und angenommen, unsere zur säkularen Religion avancierte Wissenschaft, basiere auf unzureichenden Grundlagen. Das würde zu einem völlig anderen Blick auf die Welt und uns selbst führen. Die Konsequenzen aus dieser anderen Sicht wären eben nicht nur kleinere Korrekturen in unserer Sicht auf die Welt, es wäre eine Revolution. Um genau diese Fragen geht es in Lynne Mc Taggarts Buch Das Nullpunkt-Feld: Auf der Suche nach der kosmischen Ur-Energie
In den USA ist Lynne McTaggart eine bekannte Wissenschaftsjournalistin. Hierzulande ist sie wenigen aus dem Film Bleep bekannt, einigen mehr durch ihr neues Buch Intention, auf das ich durch mehrere fast euphorische Kritiken aufmerksam geworden bin. Sie ist in einer Art und Weise der Wissenschaft verpflichtet, die das Lesen für mich manchmal anstrengend gemacht hat, wenn sie das Design und die Details von Versuchen ausbreitet und statistische Signifikanzen erläutert. Aber das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Was Lynne Mc Taggart in diesem Buch versucht, ist die weltweit seit Jahrzehnten laufenden Forschungen in den „Randgebieten der Wissenschaft“ vorzustellen und vorsichtig in einen Zusammenhang zu stellen. Da gewinnt der Begriff Welt als Zusammenhang dessen, was ist, wieder eine Bedeutung. Und damit hebt sie sich angenehm vom durchschnittlichen Wissenschaftsjournalismus ab, der Forschungsergebnisse meist unzulässig verkürzt, aus dem Zusammenhang gerissen und möglichst sensationell aufgemacht an die Presse weitergibt. Die gehobene Wissenschaftspublizistik schmort entweder im Topf einer Fachdisziplin vor sich hin oder sammelt bestenfalls Fakten aus verschiedenen Disziplinen, die der Leser dann selbst zusammensetzen darf – wenn er will und kann.
Das Nullpunkt-Feld ist angenehm anders: von Geschichten über die Forscher ausgehend, werden die Entwicklungen in der Quantenpysik, der Biophotonik, der Biophysik, Quantenpsychologie bis hin zu den Forschungen über erweiterte Wahrnehmung in Raum und Zeit vorgestellt, diskutiert und in einen Zusammenhang gestellt. Obwohl es sich manchmal fast so liest, sind das keine esoterischen Gedankengänge. Vielmehr diskutieren Fachleute (darunter Nobelpreisträger) auf der Basis von Versuchen eine völlig andere Vorstellung von der Welt als wir sie kennen. Und vieles von dem, was heute als pseudowissenschaftlich abgetan wird, wird plötzlich glasklar – von Homöopathie, Radionik und Radiästhesie über Kinesiologie bis hin zu Geistheilung und Magie. Spiritualität und Religion wachsen mit der Wissenschaft wieder zusammen, denn die Welt ist nicht einfach teilbar. Alles formt sich aus einem Quantenwirbel, dem Nullpunkt-Feld.
Auch wenn das Buch bereits 2003 auf Deutsch erschienen ist, ist es dennoch unbedingt eine Leseempfehlung für all diejenigen, die ihren Horizont erweitern wollen. Anschnallen!


Antworten

  1. [...] Formen einer philosophischen Lebenskunst erahnen lassen. Heute werden diese Ansätze durch die Wissenschaft von einer anderen Seite wieder in den Fokus gerückt und esoterische Autoren kommen auf diese Themen [...]

  2. Hallo Horicon,
    der Beruf Wissenschaftsjournalist ist in Deutschland scheinbar nicht geschützt. Denn würde der Beruf auch nur rudimentäre Kenntnisse der wissenschaftlichen Methode voraussetzen, wäre so ein Machwerk, wie das „Null-Hirnfeld“ niemals entstanden, bzw. in dieser Form publiziert worden. Wenn Sie sich wirklich für die philosophischen Implikationen der Quantentheorie interessieren, dann sollten Sie sich von Ms. Haggard um jeden Preis fernhalten.
    Ich halte es darüber hinaus für bedenklich, dass Sie eine derartig hymnische Kritik veröffentlichen, ohne daraufhinzuweisen, dass Ihnen offenbar jegliche physikalische Grundbildung, geschweige denn eine tiefere Einsicht in die Qunatenphysik komplett fehlt. Einen Hinweis auf Ihre eingeschränkte Perspektive als Laie wäre sicherlich nötig gewesen.
    Ferner ist das Buch auch noch furchtbar in seiner Art, in der es einige Wissenschaftler geradezu zu Märtyrern hochstilisiert, das ist schlicht unsinnig.
    Zuletzt muss sicherlich noch das unhaltbare sprachliche Niveau des Buches angesprochen werden. Ob dies eine Fehlleistung von Haggard ist, oder auf die mangelhafte Übersetzung zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen, zweifelsfrei ist aber, dass man das Wort „elementar“ im Deutschen nicht steigern kann, bzw. nicht steigern sollte!

  3. Auch naseweise Kommentare sind bei mir gern gesehen. Schön, dass es Menschen gibt, die wissen, wie die Welt wirklich funktioniert, wer Durchblick hat und wer nicht und vor allem, was es mit der Quantenphysik wirklich auf sich hat. Ich fühle mich da extrem geehrt, dass der einzige klare Kopf auf meine unbedeutende Rezension eines Buches hier postet. Leider hat er vergessen, die Weltfomel hier zu hinterlassen.
    Aber mal im Ernst: ein paar Begründungen, ein paar Quellenangaben würden mich entspannter reagieren lassen. So hört sich das nur nach „find ich doof“, „die ist doof“, „du hast keinen Durchblick“, „ich bin der Durchblicker“ an.
    Der Grundtenor des Kommentars bringt mich zu dem Schluss, das hier Wissen und Bildung schlicht verwechselt wird.

  4. Hallo Horicon,
    ich kann leider keine vollstänidge Kritik des Inhalts des Buches angeben, zumal mir gerade auch garkein Exemplar des Buchs zur Verfügung steht. Wenn irgendein Interesse an einer detaillierteren Besprechung des Buches besteht, würde ich mir sicherlich wieder ein Exemplar des Buches besorgen, aber wegen des recht eng beschränkten Leserkreises, ist das wohl eher unwahrscheinlich.


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