Im Bereich der alternativen Berichterstattung gibt es zwar schon seit längerem interessante Produktionen, aber eine Kombination von Dokumentation und Spielfilm wie “die Cheops-Lüge” fällt eher aus dem Rahmen. Dass die Pyramiden die Grabmäler der Pharaonen waren ist zwar gemeinhin bekannt, aber dennoch mindestens fragwürdig, wenn nicht schlicht falsch. Bisher konnten in keiner der bekannten Pyramiden Mumien entdeckt werden und die bekannten Pharaonen-Grabmale sehen völlig anders aus. Wozu wurden diese monumentalen Bauten, die als letztes der sieben Weltwunder bis heute überdauert haben, dann geschaffen? Diese Frage hat natürlich bereits einige unabhängige Forscher intensiv beschäftigt. Landemarken für außerirdische Raumschiffe oder Tempel zur Initiation der ägyptischen Priester?
Stefan Erdmann schlägt eine neue Theorie vor und bezieht sich auf den österreichischen Ingenieur Waldhauser. Dieser hatte schon in den siebziger Jahren die Cheops-Pyramide ganz nüchtern als technisches Bauwerk zur Wasserhebung verstanden und in einem Modell gezeigt, wie die vielen unklaren Konstruktionen im Innern der Pyramide plötzlich einen Sinn ergeben. Soviel zur Theorie, aber wie lässt sich das belegen? Erstens muss es einen unterirdischen Kanal zur Pyramide geben und zweitens sollten sich im Innern der Pyramide Nachweise finden lassen, dass sie tatsächlich mit Wasser gefüllt war.
Und selbst wenn es so war, dann bleibt die Frage: wofür dieser Aufwand? Wenn der Nil sowieso bis an das Gizeh-Plateau heran reichte, dann hätte es ein Brunnen doch auch getan… Oder es war eben doch anders – wir müssen umdenken und die Ägypter waren gar nicht die Erbauer dieser Bauwerke, sondern vielleicht nur die Wiederentdecker…
Stefan Erdmann und Jan van Helsing, die beide bisher eher als Sachbuchautoren denn als Schauspieler bekannt sind, nehmen den Zuschauer mit auf diese Entdeckungsreise. Regisseur und Drehbuchautor Christoph Lehmann inszensiert die Entwicklung der Argumente des Für und Wider dieser Theorie nachvollziehbar, spannend und für mich insgesamt überzeugend zwischen Interviews und Spielfilmsequenzen. Sehr angenehm fand ich, dass belegbare Beweise und Spekulationen jeweils deutlich als solche deutlich gemacht werden.
Am Schluss des Films gib es die Auflösung. Aber auch in einer Spielfilm-Doku braucht es etwas Spannung — und deshalb verrate ich Ihnen die Lösung nicht!
Stefan Erdmann/ Jan van Helsing: Die Cheops-Lüge
Preis 21,00 €