Verfasst von: horicon | 14. Januar 2008

Katastrophen als Zeitverdichtungen vs. quantitative Uhrzeit

Falls Sie die Ausstellung „Unsolved Mysteries“ verpasst haben, können Sie auf dieser DVD vieles nachholen und ihre Vorstellungen über die Erdgeschichte durcheinander wirbeln lassen. Wenn Sie die Ausstellung gesehen haben, dann erwarten Sie nicht nur eine ganze Reihe neuer spannender Belege, dass unsere Theorien über die Erd- und Menschheitsgeschichte noch nicht der Weisheit letzter Schluss sind. Hans-Joachim Zillmer führt die Ansätze aus seinen Büchern „Irrtümer der Erdgeschichte“ und „Darwins Irrtum“ zusammen und entwickelt eine eigene Theorie. Dabei argumentiert er immer logisch stringent und überzeugend. Allerdings setzt er, im Gegensatz zu den etablierten Wissenschaften, bei den Ausnahmen von der Regel an: wie ist z.B. dieser merkwürdige Hammer ins Gestein aus der Kreidezeit gekommen? Das ist bei weitem nicht der einzige Fund, der Experten in Erklärungsnot bringt. Zillmer stellt auch physische Belege für ein Zusammenleben von Sauriern und Menschen vor, was dann auch verständlich macht, warum es in vielen Kulturen weltweit Sagen von Drachen gibt. Das aber bedeutet, dass entweder die Saurier viel später ausgestorben sind als bisher angenommen oder der Mensch wesentlich früher über die Erde gelaufen ist als wir bisher denken. Oder beide Annahmen sind falsch und wir müssen die Zeitskala der Erdgeschichte und der Menschheitsgeschichte unter anderen Gesichtspunkten auf eine neue Basis stellen – aber auf welche?bild2.jpg
Versteinerungen können wahrscheinlich viel schneller ablaufen als wir bisher annehmen. Wie sonst könnte eine Qualle versteinern, die sich normalerweise innerhalb einer Stunde quasi ins nichts auflöst? Eine Reihe globaler Katastrophen, in den Mythen als „Sintflut“ überliefert, hat das Aussehen der Erdoberfläche stark verändert. In sehr kurzer Zeit entstanden nach Zillmer Gebirge wie die Rocky Mountains und große Seen wie das Kaspische Meer. Andere Gebiete fielen ebenso schnell trocken wie die heutige Wüste Hopi-“Lake“, in der mindestens 100 Millionen Jahren alte, versteinerte und nicht verwitterte Dinosaurier-Kothaufen in der Wüste zu bewundern sind. Zillmers Katastrophentheorie stellt unsere Idee einer kontinuierlich und gleichförmig ablaufenden (Uhr-)Zeit in Frage. Diese quantitative Zeitvorstellung geht auf Kant zurück und ist ein wesentliches Fundament der modernen Naturwissenschaft. Allerdings weiß jeder Mensch aus seinem eigenen Leben, dass es Zeiten „hoher Ereignisdichte“ gibt wie Abschnitte, in denen fast nichts passiert. In der Geschichte gibt es „Augenblicke, die die Welt verändern“. Wieso sollte es diese Momente nicht auch in der Erdgeschichte geben?
Mit welch unglaublicher Geschwindigkeit eine Landschaften durch eine Katastrophen verändert werden kann, wurde beim Ausbruch des Vulkans Mount St. Helens deutlich. Nur wenige Tage später war die gesamte Gegend nicht wieder zuerkennen. Dabei war dieser Ausbruch vergleichsweise klein. Rein statistisch sind wahrscheinlich alle paar hundert Jahre größere Ausbrüche zu erwarten und alle paar hunderttausend Jahre wirklich große Vulkanausbrüche, die nicht nur Landschaften, sondern ganze Kontinente und vielleicht sogar die Erde verändern. Als Menschen mit unseren überblickbaren Lebensjahren und selbst als ganze Zivilisationen mit ein paar Jahrhunderten oder -tausenden Lebensdauer (das ist jetzt Optimismus) kommen solche Ereignisse nicht oder nur noch als Mythen über die Sintflut oder den Untergang von Atlantis vor. Aber Diskontinuitäten, abrupte Brüche und Katastrophen sind methodologisch in einer wissenschaftlichen Untersuchung schwer zu fassen. Selbst die Geologie tut sich immer noch schwer, Katastrophen in ihr Denkmodell zu integrieren, wie die Diskussionen um die Eiszeit (siehe NEXUS 14) zeigen. Mammute, die gerade noch Löwenzahn gefrühstückt hatten, müssen die über Jahre oder Jahrzehnte herannahende Eiszeit wohl einfach übersehen haben…
dvdfront_m.jpg Katastrophen und damit verbundene „Zeitverdichtungen“ sind das eine Thema Zillmers, das andere ist die Evolutionstheorie. Wie konnten Flusspferde, Nashörner, Elefanten und Löwen in Europa und bis nach Sibirien während der Eiszeit hier überleben, wie Funde belegen, fragt er. Waren es Sommer-Touristen oder haben sie sich evolutiv zu Eispferden, Wollnashörnern, Mammuten und Schneelöwen entwickelt? Man muss nicht bibeltreuer Dogmatiker sein, um der Evolutionstheorie kritisch gegenüber zu stehen. Eine Mikroevolution zu bezweifeln ist dumm, für eine Makroevolution dagegen fehlen die Beweise, denn die von Darwin postulierten Übergangsglieder zwischen den verschiedenen Arten wurden bis heute nicht gefunden. Viele der vorgestellten Funde lagern in kleinen, privaten Museen wie dem „Schöpfungs-Evidenz-Museum“, in das sich ein aufgeklärter Mitteleuropäer wahrscheinlich nie verirren würde. Zillmer hat sie besucht und nicht die Schöpfunglehre der Bibel mitgebracht, sondern Funde, mit denen sich die Wissenschaft schwer tut und die eine Evolution in Frage stellen. Die Erzählungen und Sagen verschiedener Kulturen über Sintfluten und Drachen nimmt er nicht wörtlich, aber ernst und er versucht nüchtern den realen Kern heraus zu destillieren.

Die Grundvoraussetzung, wenn man sich diese DVD ansehen will, ist sich die Frage zu stellen „was, wenn alles ganz anders war?“ Zillmer zeigt, das es so, wie es erzählt wird, nicht gewesen sein kann. Aber wie war es dann? Zillmer liefert einen theoretischen Ansatz, der es lohnt, weiter verfolgt zu werden. Natürlich bleiben Fragen offen, aber es ist auch zu viel verlangt, von einem einzelnen Forscher die Beantwortung aller Fragen zu fordern – z.B. ganz nahe liegend wie unsere angeblich eiszeitlich geprägte Landschaft denn nun entstanden ist. Mich hat Zillmers Ansatz und seine Argumentation auf dieser DVD dennoch überzeugt.

Hans-Joachim Zillmer: Kontra Evolution. Dinosaurier und Menschen lebten gemeinsam: Die Urzeit war gestern – Eiszeit Märchenzeit.
DVD-Video
Dr. Zillmer Filmproduktion 2007
ISBN 978-3-00-022123-1


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