Stress ist ungesund – das weiß jeder. Aber Stress führt auch zu Veränderungen in unseren Gefühlen, in unseren Handlungen und in unserem Denken.
Unter Stress kann unser Gehirn nicht integriert arbeiten, das synchronisierte Zusammenspiel der verschiedenen Teile des Gehirns wird unterbrochen. Unter Stress schaltet das Gehirn statt dessen auf blankes Funktionieren und vor allem der stammesgeschichtlich älteste Teil unseres Gehirn, der Hirnstamm oder das so genannte Reptiliengehirn, übernimmt die Führung. Kampf oder Flucht, Starre oder die Abgabe der Selbstbestimmung an eine Autorität sind die typischen Kennzeichen dieses Stresszustandes und die einzigen Reaktionsmöglichkeiten, die das Reptiliengehirn kennt. Wenn das Repitiliengehirn die Führung übernimmt, dann “sichern wir unser Territorium”: wir laufen unsere Grenzen ab, um mögliche Feinde früh zu erkennen und zu vertreiben. Unter der Führung des Repitiliengehirns haben wir keinen Zugang zu unseren Gefühlen. Emotionen sind im Stress nicht zugänglich, sie werden regelrecht ausgeblendet. Kurz zusammengefasst: Im Stress benehmen wir uns wie Repitilien oder wie Saurier.
Ein kurzer Blick in Politik und Wirtschaft sollte jeden überzeugen, dass Menschen im Dauerstress keine langfristig sinnvollen Entscheidungen, die auch die Bedürfnisse anderer Menschen berücksichtigen, treffen bzw. treffen können.
Ein Gehirn, das integriert arbeitet, nutzt nicht nur das Potential seines Großhirns, sondern alle Bereiche – auch das Reptiliengehirn. Niemand möchte seinen Atem und seine Herzschlag permanent selbst kontrollieren müssen. Das übernimmt dieser Bereich des Gehirns und so können wir sicher sein, morgens lebendig aufzuwachen, weil wir auch im Schlaf atmen und unser Herz schlägt. Vielmehr geht es bei einem integrierten Zusammenarbeiten um Balance.
